Venedig – Sehnsucht und Untergang. eine labyrinthische Erfahrung

Oktober 24, 2016

Venedig – Sehnsucht und Untergang
eine labyrinthische Erfahrung

Venedig. Licht. Wasser. Kanäle. Brücken. Renaissancepaläste. Vivaldi. Handels- und Kriegschiffe. Finanzzentrum. Glas. Touristenmassen. Fluch. Verfall. Weltkulturerbe. Karneval. Biennale. Gondeln. Hochwasser. Donna Leon. Sehnsucht. Untergang.

Etwas Mystisches hält die kleinen 118 Inseln zusammen. Ihre Verbindung, ein Ganzes, diese Stadt: Venedig. Durch Jahrhunderte bereist, als unbegreiflich, unfassbar, wunderbar und immer wieder erstaunlich erlebt. Beschrieben mit unzulänglichen Worten nur. Eine unbeschreibbare Stadt. Beschreibbar das Leben der Menschen. Ihr Leben. Und Wirken. In Venedig klingt und schwingt die Vergangenheit, die Gegenwart – doch keine Zukunft.

Antonio Lucio Vivaldi. Kein Wunderkind. Aus nicht begütertem Haus ist für ihn der einzige Zugang zu Bildung die Ausbildung zum Priester. Er gibt gesundheitliche Gründen an,  um sich vom Priesteramt zurückzuziehen. Er arbeitet als Lehrer für Violoncello und Violine an dem Ospedale della Pietà, einem Waisenhaus für Mädchen so erfolgreich, dass es heißt, dort gäbe es die beste Musik der Stadt. Er beginnt zu komponieren. Das Haus wird bald zu einem europaweit bekannten Musikkonservatorium. Vor 300 Jahren begann seine Karriere mit der Aufführung seines Oratoriums Juditha Triumphans.

Venedig, diese Inselwelt, wird untergehen –  im wahrsten Sinne des Wortes, untergehen, im Wasser versinken, ertrinken.

Papua Neuguinea ist der drittgrößte Inselstaat der Welt. Er wird auch untergehen. Doch nicht im Wasser untergehen sondern in der Vulkanasche. Vulkanasche erstickt. Nimmt die Luft. Nimmt so das Leben. Papua Neuguinea ist eine Vulkaninsel. Eine Feuerinsel.

Entstehung – Entwicklung – Untergang – Sehnsucht – Entstehung – Untergang – Entwicklung – Entstehung – Sehnsucht – Untergang – …..
Zeitepochen . Zeitphasen. Gezeiten. Zeiten. Zeit

die zeit
zeichnet die steine
die zeit
zeichnet die welt
die zeit
zeitigt dich

der raum
atmet die steine
der raum
atmet die welt
der raum
beraumt dich

in zeiträumen
leben
in raumzeiten
sterben
das leben
träumt dich
Ja. Das Leben träumt dich. Venedig träumt sich. Der Vulkan erträumt eine neue Inselwelt. Und ich?

die Zeit
in Altersringen
im Baum
als Sediment
im Gestein
ein Korallenfinger
der Ewigkeit
Zeit
als Herzschlag
in mir

Zeiten verändern. Sich. Mich. Uns. Alle. Alles. Zeiten. Wenden. Zeitenwenden.
ZeitenWenden

I.

In uralten Zeiten – so wird in Papua Neuguinea erzählt und so erzähle auch ich – in uralten Zeiten, lebte eine alte Frau, die von allen Muhme genannt wurde.

Zu jener Zeit, so wird in Papua Neuguinea erzählt, kannten die Menschen das Feuer noch nicht. Doch ich erzähle es euch so: Zu jener Zeit, als das Feuer noch frei war, lebte in Maiwara eine alte Frau, die von allen Muhme genannt wurde.

Damals wurde Yams und Taro in dünne Scheiben geschnitten und vom Feuer der Sonne getrocknet. Davon ernährten sich die Menschen.

Muhme machte es ebenso für zehn junge Männer, die sie versorgte, doch machte sie es anders für sich. Sie zog, wenn die Jünglinge auf Jagd waren und sie sich unbeobachtet wähnte, Feuer zwischen ihren Beinen hervor und kochte Yams und Taro für sich selbst. Das war lange ihr Geheimnis. Doch nichts bleibt, wie es war; nichts bleibt, wie es ist. Eines Tages geriet versehentlich, es geschah doch versehentlich, oder? ein Stück gekochtes Yams in das Essen der Männer. Dieses so unerwartet weiche und schmackhafte Stückchen – wie war es dazu nur geworden?

Die Männer fragten Muhme nicht danach. Warum sie nicht fragten, wird nicht erzählt in Papua Neuguinea und auch ich weiß es nicht, könnte nur Vermutungen anstellen. Die Männer, sie sprachen an jenem Abend nur untereinander und beschlossen miteinander einen Plan.

Der Jüngste von ihnen versteckte sich am nächsten Tag, beobachtete und erzählte später den anderen alles. Gemeinsam beschlossen sie (oder gab es eine Gegenstimme, die überstimmt wurde?) da sie den Nutzen des Feuers erkannten, Muhme das Feuer zu stehlen.

Sie fällten zuerst den mächtigsten Baum. Am nächsten Tag schnappte der Jüngste von allen der überraschten Muhme einen Feuerbrand weg. Er rannte davon und sprang über den gefällten Baum, der für die alte nachlaufende Muhme zum Hindernis wurde, doch verbrannte er sich dabei seine Hand und ließ den brennenden Span fallen. Das Feuer erfasste zuerst das Gras und dann geriet alles in Brand. Die Schlange Garabuiye schreckte hervor und fing dabei Feuer. Da ließ es die alte Muhme regnen und so ward das Feuer gelöscht.

Nach einer langen Weile kamen die Jünglinge aus ihren Verstecken hervor, doch sahen sie kein Feuer mehr. Garabuiye, die Schlange, aber hatte sich in eine Vertiefung einer Palme zurückgezogen, gleichwohl ihr Schwanz noch etwas brannte. Das bemerkten die Jünglinge, brachen ihr den Schwanz ab und setzten damit schnell zusammengesammeltes Holz in Flammen. Davon angelockt kamen aus den benachbarten Dörfern neugierig die Leute herbei und nahmen Feuer mit sich. So kam, wird erzählt, in uralten Zeiten das Feuer unter die Menschen.

Das Feuer. Und die Menschen. Das Sonnenfeuer gibt, was für Menschen Voraussetzung ist, um zu leben und um zu sehen, der Erde: Wärme und Licht. Feuer – in ihm liegt der Ursprung der Erleuchtung. Das Feuer und die Frau. Muhme kannte das Feuer, denn das Feuer kam aus ihr selbst, aus ihrem Schoß.

Mit der Gebärmutter zu denken, war vor Zeiten eine allgemeine Wahrheit. Unser Heute wurzelt im Damals. Unser Bewusstsein ist von Geschichte geprägt und prägt die Geschichte zurück und nach vorne.

Das Sanskritwort für Weisheit  , so weiß man, liegt in der Wurzel mt , woraus sich nicht nur die Namen der Weisheitsgöttin Maat (die die Ordnung des Universums in Gestalt der Uräusschlange verkörpert), und der Weisheitsgöttinnen Mut und Metis ableiten sondern auch die Worte Mater (die Mutter), Materie und Matrix, die Gebärmutter. Was einst eins war, wurde durch Zweifel entzweit in die Polaritäten Geist und Materie und eint sich wieder zum Ganzen, wird heil, heute, da die Physik die Einheit beider bestätigt und damit uralte Wirklichkeit vergegenwärtigt.

Die sich im Dunklen zurechtfindende Schlange beeindruckt uns, die wir ohne Licht nichts sehen. Im Babylonischen Mythos zeugten Ningal und Sin

Zwillinge. Die Erstgeborene war Ischtar. Sie, die kriegerische, wurde auch Fackel des Himmels und der Erde  genannt.

Zeitreise. Weltreise. Zeitenwende, Wegwende. Zurück in Venedig.  Im Großen Saal des Dogenpalasts. Das Fresko: Die Marienkrönung, auch Paradiesbild genannt. Tintoretto malte auch das „Paradies“. Es zeigt Christus und Maria umringt von Menschen. Es ist das größte Tafelbild der Welt. Im Palazzo Barbarigo della Terrazza wird die biblische Paradieserzählung gezeigt. Paradies. Zeitenwende. Gedankenwende.

Weiter will ich erzählen. Ja, lasst mich weiter erzählen von anderen uralten Zeiten und uralten Orten. In uralten Zeiten – so wird hierzulande erzählt und so erzähle auch ich – in uralten Zeiten, gab es ein Paradies. In jener uralten Zeit, so wird erzählt, kannten die ersten Menschen Adam und Eva die Sünde noch nicht, lernten sie jedoch kennen, durch Eva, die der Schlange nicht widerstand, in den Apfel biss und seitdem alle Menschen mit dieser Erbsünde geboren werden. Doch ich erzähle es euch so:

In uralten Zeiten lebten Eva und Adam im Paradies. Beide hatte eine gute Zeit dort und waren durchaus zufrieden. Sie hatten genug zu Essen und Trinken, sie hatten genug Abwechslung und Spaß, sie hatten genug Vertrautes. Ja, eines Tages hatten sie von allem genug. Es reichte. Ihr. Sie hatte Lust auf Neues, in diesem Fall Lust auf Erkenntnis, vielleicht sogar Erleuchtung. Heute lässt sich das nicht mehr so genau sagen. Es reichte jedenfalls. Und wenn es reicht, dann ist Widerstand angesagt. Wie ein Knäuel, das mit der Zeit abgewickelt worden ist, entwickelte sich dieses Gefühl in ihr, dieses Bedürfnis, bis nichts mehr war wie es war: Der rote Faden lag vor ihr und es lag an ihr, etwas zu tun. Doch vor dem Handeln liegt bei jeder klugen Frau das Denken und so war es auch bei Eva. Zuerst sprach sie. In welcher Sprache sie sprach, darüber lässt sich nur spekulieren. Für sicher jedoch kann gelten: Die Sprache des Widerstandes ist alt wie die Welt und ihr Wunsch.

Die Sprache / des Widerstandes  / ist alt wie die Welt und / ihr Wunsch.

Seit exakt dem Moment, als Eva die Sprache als ein Mittel des Widerstands benutzte,  positiv formulierend das Angebot der Schlange mit einem lauten und klaren JA annahm. Denn nicht ist überliefert, dass Adam Eva je widersprochen hätte. Gab es Ursache, dass Eva Adam widersprechen musste? Im Paradies zu jener zeitlosen Zeit war alles voll von Harmonie und Übereinstimmung. Noch gab es kein Duett, kein Solo, da Einstimmigkeit. Ein wahrlicher Engelsklang in manch heutigen Ohren! Betrachten Sie es von der musikalischen Seite. Zwölftonmusik für ein ganzes Orchester, das kam erst später, dann als uns Menschen die Hölle offenstand. Auch ein Angebot, das nicht unterschätzt werden sollte, meinen Sie nicht?

Ein JA das ein NEIN herausforderte. NEIN, du sollst nicht länger hier im Paradies weilen. NEIN, du hast die Hölle auf Erden verdient! Auch der patriachale Gott wusste bereits damals, dass Evas Leistung zu Widersprechen von epochaler Bedeutung war, eine Leistung, die belohnt werden sollte, geehrt und gewürdigt.  Das zuvor Undenkbare wurde bewusst: Wir sind zwei Mann und Weib und Weib und Mann, reichen an die Gottheit an…….Mozart fügt diesen Worten seine göttliche Musik hinzu, vermählt die Dualität, lässt sie wieder zu einer Einheit werden.

Sie tun sich schwer im Folgen? So soll es sein. Denken sie eigenständig, seien Sie kein/e MitläuferIn, NichtdenkerIn. Das ist bitter nötig in solch politischen Zeiten wie diesen, die eigentlich immer sind. Schon ewig. Seit Adam und Eva eben, seit ihr JA das göttliche NEIN hervorrief. Evas Macht war groß! Betrachten Sie alles einmal von diesem Standpunkt! Der patriarchale Gott war gereizt, ungeduldig, gekränkt in seinem göttlichen Stolz, dass Ihm wer widerspricht. Widerspricht! Richtig. Widerspruch. Da lernte er zum ersten Mal die Sprache des Widerstandes kennen. Brüllt sie Eva ihm ins Ohr? Ein Glück – es gab keine Zeugen. Vor cora publica verhöhnt zu werden, ist seine Sache nicht. Und doch konnte Jahwe nicht verhindern, dass sich diese Sache herumsprach. Allerdings in etwas geändertem Inhalt, wenn Männer es weitererzählten. Sie wissen, wie Männer sind.

Adam, ein bisschen weniger intelligent als Eva, sie war diejenige, die mit Gott diskutierte, und der nun ausbaden musste, was sie ihm eingebrockt hatte (wie hätte er ihr widersprechen können und ihr Apfel-Angebot nicht annehmen können, sie waren doch im Paradies! Einen Streit vom Zaun brechen, war ein Unding! Um ehrlich zu sein, er hatte in Wirklichkeit eigentlich gar keine andere Wahl. Er, der sich nach dem paradiesischen Gesetz hielt, wurde bestraft, aus dem Paradies verstoßen.) Die Erde musste er pflügen im Schweiße seines Angesichts.

Klar, dass Adam da wütend wurde, wo er doch auch nicht verstand, was da vor sich gegangen war. Adam schob die Schuld auf Eva, weil Gott mit gutem Beispiel voran ging und in alter paradiesischer Gewohnheit, folgt er Gott und schob ebenfalls alle Schuld auf Eva. Gott hatte kein Einsehen, dass Er einen Fehler gemacht hatte.

Der uneinsichtige Gott-Vater, sein Herz wird versteinert und es kommt so weit, dass er Vater Abraham auffordert, den Sohn am Altar zu opfern. Ihm. Der Sohn widersprach dem Vater nicht und der Sohn des Vaters nicht seinem Vater und so weiter und sofort und damit wurde die militärischen Strukturen des Gehorsams entwickelt. Unhinterfragter Gehorsam, weil vor Zeiten nicht alles nach Gottes Willen gegangen war. Kinderrevolte. Aufstand gegen den Vater.

Kein Aufstand gegen die Mutter, die Mütter? Wo standen jemals in der Geschichte Töchter gegen Mütter, opferten Mütter gehorsam ihre Töchter? Mütter opferten ihre Töchter, aber unter Wehklagen, nie freiwillig! Freiwillig. Wo war der freie Wille im Paradies? Immer schon da. Nur nicht entwickelt. Da lag es, das Knäuel. Aufgerollt, unbeachtet, Jahrhunderteleben – bis Eva endlich, endlich durch die Schlange darauf aufmerksam wurde. Es bedurfte der Schicksalsgöttinnen, die Fäden des Knäuels abzuwickeln. Göttin Ariadne kannte den Weg, wusste den Faden zu gebrauchen. Theseus, ohne aller Kenntnis darüber (ähnlich also wie Adam vor ihm), folgte Ariadnes Anweisungen. Entwickeln um zu wissen, zu erkennen.

Erkenntnis hatte Eva im Paradies noch keine, ehe sie das Schlangenangebot annahm, doch eine große Portion Intuition, der sie folgte. Warum sollte sie nicht gottgleich werden wollen? Warum Bescheidenheit, sich fügen, wo keine Notwendigkeit besteht? Not-Wendigkeit? Gab es eine Not zu wenden? Sie waren doch im Paradies. Also gab es keine Notwendigkeit, sich an Gebote zu halten. Dass sie durch ihre Wendigkeit eine gewissen Not herbeiweltete – alles hat seinen Preis. Wir leben in einer Welt des sogenannten Freien Marktes: Angebot und Nachfrage. Einmal bitte eine Welt mit Gott! Für mich bitte eine ohne! Wählen Sie, suchen Sie aus, aus unserem Sortimente. Gott der beste Handelsvertreter der Galaxie?!

Adam und Eva, am Beginn der Welt. Immer noch die ersten dieser Welt, in dieser Reihenfolge. Zuerst der Mann und dann die Frau. Historisch, geschichtlich, machtpositionierend gleichwohl nicht mehr hinter vorgehaltener Hand gesagt werden muss, nein, die Wissenschaftler schreien es über die Medien in die Welt (mit Hilfe von Redakteurinnen? Mehr aus Freude vor der Neuentdeckung als dem Neuen, alles veränderndem Inhalt?): „Wir Menschen haben eine Urmutter! Der erste Mensch war weiblich. Europa stammt von sieben (die Alten haben es ja schon immer gewusst, dass Magie dabei im Spiel ist) Frauen ab. Nachweislich, anhand der DNA-Analysen. Kein Aprilscherz, gleichwohl eine Aprilmeldung im Jahr 2000, die Schlagzeile:

Sieben Urmütter für alle Europäer. ( Anm.: Die übliche Ausrede: Es war kein Platz mehr für das Innen .) Der Artikel: Alle Europäer stammen von sieben Frauen ab, die vor rund 45.000 Jahren sieben unterschiedliche Clans begründeten. Dies erklärte Bryan Sykes, Professor für Humangenetik der Universität Oxford. Er nannte seine Studie Die sieben Töchter der Eva  und gab den Urmüttern der Europäer (Anm.: das fehlende Innen ist nur noch zur Kenntnis zu nehmen) auch Namen, damit man (Anm.: wohl eher: Mann) sich richtige Menschen (Anm.: soso!) vorstellen könne: Ursula, Xenia, Tara, Helene, Katrine, Valda und Jasmine. Zu deren Vorfahren erklärte Sykes, es scheine so, als seien die sieben europäischen Clans aus einem der drei genetischen Clans hervorgegangen, die im heutigen Afrika lebten. Demnach und der Logik des Studientitels folgend, müsste Eva zwei Schwestern gehabt haben. Die aber hat Sykes noch nicht benannt.

So alt wie die Welt – die Sprache des Widerstandes. Nein. Hier haben wir den Beweis vor uns liegen! Es gibt keine Legende, keine Religion, die uns berichten würde, die drei Frauen hätten sich gestritten. Sie lebten friedlich und paradiesisch, solange, bis Adam mit seinem patriarchalen Gott kam und sie ihm leider, sie bedauerten es wirklich, widersprechen mussten. Und das historische NEIN, das Leben und Tod bedeutete, das erste NEIN sagte kein Mann zu einer Frau, keine Frau zu einer Frau, es sagte Eva zu Gott.

Und ihr Wunsch? Ihr Wunsch: Zeiten wenden

Zeitenwende. Gedankenwende. Venedig, diese Inselwelt, wird untergehen –  im wahrsten Sinne des Wortes, untergehen, im Wasser versinken, ertrinken. Untergang. Verlust. Trauer. Schmerz. Innehalten. Stillstand der Welt.

Irgendwann. Irgendwann wird aus der Stille Neues geboren.

Ebenso versinken Mythen, ertrinken alte Weltbilder, veraltete Vorstellungen und Werte. Sich wandeln. Transformieren –  neu entstehen. Auch wir.
Das neue Venedig werden wir nicht miterleben – nur seinen Untergang.

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Don Quijote im labyrinthischen Paradies?

Oktober 24, 2016

Don Quijote und seine Verwandten

Don Quijote. Gezeugt von Miguel de Cervantes. Seine Mutter, die Lebenserfahrung, trug das Ihre dazu bei. Don Quijote. 1605 im Gefängnis geboren.

Ich werfe alte Fragen wieder auf.
Kann übermäßige Literatur den Verstand rauben?
Don Quijote war offenbar ihr Opfer. Oder ist gar die Literatur Opfer Don Quijotes, der gegen Windmühlen kämpfte und den Kampf natürlich nur verlieren konnte?
Die Fragen haben sich in den vergangenen 311 Jahren transformiert.
Heute lauten sie: Kann übermäßiger PC-Smartphone-Konsum den Verstand rauben? Wer stürzt sich nicht gerne todesmutig in Abenteuer und Gefahren der digitalen virtuellen Spielwelt? Vielleicht, um das Unrecht zu bekämpfen?  Vielleicht um ewigen Ruhm an den eigenen Namen zu heften?
Ist Rosinantes Name heute „youtube“ ?. Kann Dulcinea von Toboso heute nicht jeden Namen tragen? Sancho ein Roboter?

Don Quijote. Hatte er Verwandte? Tanten, Onkeln, Nichten, Neffen, Cousinen und Cousins? Auch diese Frage stellt sich: Bin ich, wenn schon keine direkte Nachfahrin nicht eine Verwandte? Und wer sind all die anderen Verwandten?

Hier sei Rose Ausländer zitiert:

Dialog

Endlos
der Dialog

Du und die Blume
du und der Stern
du und dein Mitmensch

Ununterbrochene
Zwiesprache
Funke an Funke

Der König in dir
der Bettler in dir

Deine Verzweiflung
deine Hoffnung

Endloser Dialog
mit dem Leben

I.
Die ursprüngliche Realität und Wirklichkeit aller Menschen bildete ihr Sein in einer Umwelt ohne jegliche elektronischer Unterstützung oder elektronischer Hilfsmittel. Basierend auf dem Körper mit dessen physischen, geistigen und  emotionalen Fähigkeiten galt es, das Lebens zu leben.

Die Voraussetzungen zum Überleben, die Funktionen für Wahrnehmung, Aufnahme und Umsetzung sowie Anwendung und auch jene für Kommunikation waren ausreichend. Diese Basis bildete auch das Potential von Entwicklungen.

Den menschlichen auf allen Ebenen und in allen Bereichen begrenzten Körper zu entgrenzen, diese vorgegebenen Grenzen zu überschreiten, war von Anbeginn ein menschliches Ziel und ist es heftiger denn je.

Das NEIN zur Grenze, das Nein zur Begrenzung, das Nein zu jeglicher Ein- und Beschränkung, ein Nein dem Ausschluss, wählen zu können. Dieses Nein ist Rebellion. Rebellion gegen jene Macht und Kraft, die verwehrt. Aufstand!

Aufstand verkörpert vom Liegen oder Sitzen in den Stand, ins Stehen zu kommen. Aus einer Ruhelage in eine Position eines möglichern Schritts. Weitere Schritte werden zu einem Weg.

Aus dem Paradies kommend haben Menschen auch das JA in sich. Ein Ja zur Grenze, ein Ja zum Bleiben, ein Ja zum An-die-Grenzen-Gehen und nicht darüber hinaus und ein Ja für das Zum-Zentrum-Kommen und Im-Zentrum-Sein.
II.
Mit den neuen Technologien kann die Körpergrenze nun erweitert und überschritten werden. Das Internet gilt als die in der Außenwelt realisierte Möglichkeit der Vernetzung analog zum Gehirn. Das traditionelle Sein beginnt sich mit elektronischen Objekten parallel zur bisherigen Realität und Wirklichkeit zu verbinden. Die Möglichkeit, sich Chips in den Körper implantieren zu lassen und damit bisher (auch art-)fremde Qualitäten zu integrieren, wurde zur Realität.

Zeitgleich zu diesem Weg wird auch ein gänzlich Entgegengesetzter beschritten: Konnten bisher mentale Kräfte nicht nachgewiesen werden, so können diese nun sogar sichtbar gemacht werden. Was bisher als unglaublich galt wurde im wahrsten Sinn des Wortes aus Unglauben ausgeschlossen.

Weil sehr anschaulich sei jene Versuchsanordnung exemplarisch genannte, in der Menschen über Elektroden am Kopf durch die Kraft ihrer Gedanken Objekte in Bewegung setzen. Was bisher als paranormal galt, ist mit etwas Übung von jeder/jedem bei der Steirisches Landesausstellung 2000 mit einer Erfolgsrate von 80% zu erreichen gewesen.

Was ist das menschliche Wesen? Als was wurde es bisher interpretiert, als wird es heute definiert? Wohin kann/soll es (gen/technisch) verändert werden? Welche Möglichkeiten sind noch unausgeschöpft? Was soll warum wie erreicht werden?
III.
Die menschliche Existenz mündet durch vermehrten Einsatz und vermehrte Anwendung elektronischer Objekte außerhalb und innerhalb des Körpers in eine (freiwillige) Isolation, paradox zum grenzenlosen Vernetzsein. Die Emotionalität, mit der sich die BenützerInnen an diese Maschinen koppeln, ist hoch, wie das Bedürfnis nach Sozialkontakten, Gruppenidentitäten zu bilden bzw. einer Gruppe anzugehören (Ö3 Gemeinde, geekchic etc.) zeigt, das auch befriedigt werden will.

Weiters findet eine Beschleunigung aller Lebensvorgänge statt, die nicht nur eine weltanschauliche Entscheidung ist sondern ebenso eine des wirtschaftlichen Umfeldes.

Das Gleichgewicht der Parallelwelten, Balance von Innen und Außen, Ich und Du, Wir und Ihr, zu halten, ist gefragt. Balance. Kein Übergewicht, kein Untergewicht – im Gleichgewicht. Ist dieses Gleichgewicht ein Stabiles, wird es zur Starre – die Lebensenergie bläst und schon ist eine Ungleichgewichtung wieder da. Wie ein kindliches Gleichgewichts-Spiel: in Balance – aus der Balance – in die Balance u.s.w., so ist das Leben als solches.

 

IV.
Es geht bei der Balance auch ums Machen und damit auch um Macht ...

Zum einen die Macht über die eigenen Gedanken. Zum anderen die Kreation von Scheinwelten, Ununterscheidbarkeit zwischen Realen/Virtuellen Welten und von Informationsströmen ermöglicht Macht über andere. Die Auflösung des Wahrheits-Begriffs ist die Konsequenz davon.

Sind bei materiellen Begegnungen Sinn-Erfahrungen gegeben (tasten, riechen, sehen, hören, ev. schmecken) kombiniert mit Sympathie, weitgefächerten Assoziationen bisher gemachter Erfahrungen bzw. Koppelung mit diesen (was Vorurteile/Urteile zur Folge hat) – so ermöglicht die virtuelle Begegnung Reduzierung derselben bei gleichzeitiger Ausweitung der Maskenkapazitäten. Das bedeutet, dass andere Identitäten angenommen werden können, die indirekt mit der ursprünglichen Identität verbunden sind und nie frei davon sein können und dennoch Gegenpole bilden können.

Die Vielfalt scheint eine fast unbegrenzte zu sein, was diese jedoch nicht ist. In Distanz wird sprachlich bzw. in Piktogrammen kommuniziert wobei Abstraktes von der Sendenden sich verkörpert bei der Empfangenden. Der Rollenwechsel ist ein stetiger beim Dialog. Das Verkörperte erzeugt/ist Realität bzw. Projektionsfläche. Dabei nähert sich der Wert des Wahrheitsgehalts der Null. Wenn die Ursprungsidentität als jene angenommen wird, die sich im Prozess der Wandlung zur Pluralität selbst wandelt, wird die Virtuelle Wirklichkeit bei dieser Entwicklung die einzige Wirklichkeit und damit muss Wahrheit neu definieren werden.

 

V.
Zu der Frage: Don Quijotes Verwandte? gesellt sich konsequenter Weise ihr Gegenstück: Don Quijotes Nicht-Verwandte.

Das menschliche Wesen vermag auf sich selbst einzuwirken – mit und auch ohne seinem Bewusstsein. Unabhängig davon entwickelt sich das Bewusstsein evolutionär weiter. Vom Erdenstaub zum Licht sozusagen.

Es gibt auf Erden nichts Ewiges, schon gar kein ewiges Recht. Recht ist etwas Historisches, Veränderliches, Vergängliches. Geschaffen von MachthaberInnen.

Es passt sich chamäleonartig gesellschaftlichen Veränderung an, weil es ebendiese widerspiegelt, sichtbar werden lässt. Oft registrieren wir dies selbst innerhalb eines Regierungswechsels (auch in Demokratien wie der unseren).

Wie es aus der Quantenphysik bekannt ist, beeinflusst sogar der/die BeobachterIn das beobachtete Objekt/Geschehen. Nicht anders geht es zu bei Gericht zwischen RichterIn und Fall. Und so kann logischerweise auf nichts vertraut werden nur in jede/n einzelne/n und seinen/ihren Charakter.

Dieter Simon formuliert mit seinem radikalem Ansatz: „Die nackten objektiven Fakten (facta) erweisen sich als von facere = machen abgeleitete Gemachte, als Tatsachen, die sich nicht unbeherrschten Ereignissen sondern Taten verdanken. Hinter der Subjekt/Objekttrennung und dem dadurch bewirkten Verlust der Objektivität erscheint die Geschichte nicht mehr als sinnstiftende und gesetzmäßig gestaltende macht, sondern nur mehr als eine Sammlung persönlicher Geschichten.“

Bisher erzählten Männer ihre Geschichte als die Geschichte, wenngleich Frauen Geschichte in Geschichten codiert weitergaben und gestalteten. Gegenwärtig ist die Tendenz der Juristinnen, Rechtsanwältinnen und Staatsanwältinnen steigend und mit dem Anstieg der Frauen nicht nur in diesem Bereich wird sich proportional auch die Geschichte der Frauen, die Geschichte ganz allgemein und damit auch die Zukunft stark ver/ändern.

Unterstützt wird diese Bewegung durch die neuen Technologien, besonders der Informationstechnologien – eine neue transnationale Ordnung aus Netzwerken, Kommissionen, Regime und Mehrebenensystemen wissen Frauen immer mehr für sich zu nutzen.

Geschichte wurde lange Zeit gleichsam einseitig gesehen, gedacht und geschrieben – gleichsam wie auf einem Bein stehend. Dann wurde der männliche Blick durch den weiblichen ergänzt. Geschichte auf zwei Beinen sozusagen.

Um zur Wirklichkeit des Ganzen zu gelangen braucht es beide, beide Gegensätze.

Durch ein Drittes  ergänzt kommt die Geschichte nun in die gegenwärtigen Jahre.

War bisher der Blick tendenziell auf jene Macht gerichtet, die Krieg schafft, Siege mittels Vernichtung der Feinde legitimierte und glorifizierte, so wendet sich die Blickrichtung wieder auf das Lebendige, wendet sich von der Schattenseite der Lichtseite zu.

Erkämpft und mitgetragen wurde dieser Perspektivenwechsel von Frauen. Dabei war der Zugang der Frauen zur Bildung, der lange ausschließlich im Machtbereich der Kirche und des autoritären Staates lag ein wesentlicher Wirkfaktor. Symbolisiert wird dieser auch durch das Nicht-Hierarchische, das Vernetzte und die Körperlichkeit, die von der Idee der Idee fast vernichtet worden war.

Die moderne Physik gesteht ein, dass es wie bisher angenommen, keine strengen Naturgesetze gibt: Tendenzen, Möglichkeiten Wahrscheinlichkeiten sind die Parameter. Materie ist nicht aus Materie aufgebaut sondern Folge immaterieller Beziehung/en. Unauflösbar ist alles mit allem verknüpft – die Welt, die Wirklichkeit beruht auf einer ganzheitlichen Struktur. Der bisherige Glaubensatz Materie ist Voraussetzung für Beziehung ist ausgetauscht in Beziehung kreiert Materie. Die Denkräume des 19. Jh. wurden aufgrund der neuen Erkenntnisse kaum adäquat dem 21. Jh. angepasst – wir befinden uns in den Anfängen dieses Prozesses.

Die Definition bzw. der Übergang von toter Materie/lebendigen Organismen beruht nach wie vor auf veralteten klassischen Begriffen – denn wie die Physik es heute sieht, basieren Leben wie Tod auf immateriellen Beziehungen.

Gegenwärtig herrscht der Trend zur Erinnerung, was sich in Museen, Gedenkstätten u.a. zeigt. Zu interpretieren als noch einmal festhalten, ehe Altes, Vertrautes losgelassen werden muß? Das Neue kann nicht adäquat mit alten Kategorien beschrieben werden und die Qualität der KünstlerInnen und ihrer Werke ermöglicht eine neue Sicht/Interpretation der Tradition.

 

VI.
Welche Auswirkungen eine globale Demokratie, so sie jemals realisiert wird, haben wird, was sie ermöglichen wird und durch welche Symbole sie verkörpert werden wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Nationales und Übernationales friedlich vernetzt – eine Utopie? Die individualisierte Gesellschaft will Autonomie bei gleichzeitigem Schutz durch staatliche Wohlfahrtsinstitutionen, was Freiheiten aber auch Abhängigkeiten zeitigt. Soziale Kompetenzen (Zuwendung, Solidarität,…) reduzieren sich im Privaten.

Die Realität wird eine Netzwerkwirtschaft sein, in der es keine VerkäuferInnen und KäuferInnen geben wird sondern VersorgerInnen und KlientInnen. Das Rundum-Sorglos-Paket wird der Renner und jede Beziehung außerhalb des privaten Bereichs (Familie oder wie die Lebensform auch heißen möge) wird eine bezahlte Erfahrung sein. Anschaulich an dem Beispiel Auto: Jede/r hat das Auto geleast und diese Firma will die zufriedenen KlientInnen an sich binden und bietet also billigeren Benzin, billigere Reparaturen, bessere Inspektionen und Versicherungen sowie freies Parken in allen Städten, Autowäsche etc etc an.

Die Machtkonzentration dieser Netzwerke wird wesentlich größer sein als jene der bisherigen Marktwirtschaft und damit die Möglichkeit durch Medienkonzerne Ideen und Kultur zu kontrollieren. Kultur – Kommerz werden erst nach extremen Positionen kurzfristig einmal in ein Gleichgewicht kommen, ehe ein weiteres neues Zeitalter mit dem ihm eigenen Themen anbricht.

Rudolf de Cillia meint, dass „geschätzte 80% der auf Computer gespeicherten Information ist in Englischer Sprache abgespeichert. So keine starke Gegenströmung auftritt, wird es am Ende des 21.Jh. nur noch fünf Weltsprachen geben: Englisch, Chinesisch, Spanisch, Arabisch und Hindi. Deutsch u.a. hätten den Status regionaler Dialekte. Heute werden in zwischen 2500 und 8000 Sprachen gesprochen und zum Teil auch geschrieben. 30% dieser Sprachen sind in Afrika und Asien, weitere 20% im Pazifik, 16% auf dem amerikanischen Kontinent und 2% in Europa beheimatet. Die genannten 5 größten Sprachen werden von 45% der Weltbevölkerung gesprochen. Nur 155 Sprachen werden von mindestens 1 Mill. Menschen gesprochen.“

Der Stellenwert der Wahrung der Sprachenvielfalt scheint zumindest in Europa ein hoher zu sein, als Preis für die Vereinigung der Nationen und somit ein Faktor kultureller Vielfalt zu sichern. Denn jede Sprache ist nicht nur Kommunikationsmittel, ist nicht nur Symbole individueller und kollektiver Identität sondern auch Ausdruck von Weltanschauung, Denken und Wirklichkeitserleben.

Friedliche Multikulturalität stellt sich in einer Einheitskultur nicht mehr als Problem. Das Fremde, das Herausfordernde, das vielen BewohnerInnen europäischer Länder Angst macht und Abwehr erzeugt wäre dann der ersehnte Ausweg der Einbahn. Vielfalt bereichert das Leben.

In der deutschen Sprache werden nicht nur immer mehr Anglizismen aufgenommen, es werden auch neue Worte geschaffen mit sogenanntem plastikartigen Legocharakter, die ein Fachvokabular substantiver Art bilden, denen gemeinsam ist, dass sie Bewegungsbegriffe sind mit vorherrschendem Zukunftsaspekt, Entwicklungsbilder, die einen Handlungsdruck erzeugen (und aus dem naturwissenschaftlich-technisch-ökonomischen Bereich kommen). Herkömmliche soziale Normen verlieren an Bedeutung und werden durch keine neuen ersetzt. War bisher die Sprachkritik von wesentlicher Bedeutung so kommt diese nun der Bildkritik zu.

Kann anstatt von einer Informations- oder Wissensgesellschaft besser von einer Aufmerksamkeitsökonomie als Fundament für die Strukturen der auf Medien und vor allem auf digitalen Medien sich entwickelnden Gesellschaftsform gesprochen werden? 

Natürlich konnte Aufmerksamkeitsverlust bisher bereits tödlich sein – doch unter den neuen technischen Möglichkeiten und dem Tempo im Medienbereich gelangt die Inszenierung immer mehr ins Zentrum des Anliegens, um eben die Aufmerksamkeit der KonsumentInnen zu erreichen. Für die KonsumentInnen selbst gilt es die Aufmerksamkeit auf Wesentliches zu richten um optimal zu filtern und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Hier kann zu einem philosophischen Diskurs angesetzt werden: relativiert sich das Richtige zum einfachen Resultat? Tempo vor Inhalt, Tempo vor Ethik? Wenn keine Zeit für fundierte Auseinandersetzung bleibt, Zugzwang besteht herrscht das Unbewusste, herrschen Vorurteile vor. Die Konsequenzen malen Sie sich bitte selbst aus. Ersparen sie mir das. Ich weise nur darauf hin, dass unser Unvermögen ausgelagert wird – dh Instanzen der Aufmerksamkeitsselektion werden virtuelle AgentInnen, Filterprogramme u.a.m. sein, ja sind es bereits.

 

VII.
Das menschliche körperliche Sinnessystem erfasst minimalste Ausschnitte der Welt. Durch technische Hilfsmittel kann diese Welt erweitert werden. Aber: Wer macht sich schon Gedanken über Wissenswert und/oder Wißbar, unterscheidet, setzt Prioritäten und Akzente? Zeitgemäß in zwei wunderbare Worte gefasst wie overnewsed and underinformed.  Wer fragt nach dem Preis, was dieses mehr bringt und kostet? Viele leiden nicht nur beruflich und privat unter information overload sondern auch über communication overload.
Die Zentren der Macht sind weiterhin als die Schwarzen Löcher der Informationsgesellschaft, die alles aufsaugen und nichts preigeben, zu verstehen. Die Frage stellt sich radikal: Wer lebt für uns unser Leben?

Bis die zuvor beschriebenen Technologien im Alltag dominieren, üben wir aufgrund unserer Umwelt und Umgebung, uns im immer besseren Erkennen von abstrakten Mustern, immer besser räumlich zu orientieren, Entscheidungen zu treffen und abstrakte Probleme zu lösen und können uns schneller Neues aneignen. Und die Frage stellt sich radikal: Was macht das Leben noch lebenswert?

Ist es die beinahe tödliche Langeweile, die trotz aller overloads eintritt, die paradoxerweise davor dazu geführt hat? Erleben wir, weil wir soviel gleichzeitig erleben (kochen, kommunizieren mit dem Kind, hören/sehen TV nebenbei und denken gleichzeitig über das Treffen morgen mit der Chefin nach während das Handy läutet)  dadurch gar nichts mehr? Weil ein Zuviel ein Gar-nichts-mehr ist.

Hinzugefügt sei, dass diese Themenstellung im Moment nur die sog. 20% Gewinnerinnen dieser Welt betrifft. 80% der Erdbevölkerung sind unter dem Einkommens- und Vermögensaspekt VerliererInnen. Und zweifelsohne sind es immer noch Frauen, die auf allen Ebenen weltweit verloren haben und weiterhin verlieren, darüber dürfen die wenigen Siege, die an dieser Stelle  gewürdigt seien, nicht hinwegtäuschen. Welche Aufmerksamkeit kommt den Frauen und ihren Forderungen und Wünschen weltweit politisch zu?

Im Wissenschaftsbereich ziehen lt Rötzer 2% der WissenschaftlerInnen bis zu 90% der Aufmerksamkeit ihrer KollegInnen auf sich. Für diesen Fall gilt: Was wir nicht wahrnehmen, darüber wissen wir nichts. Stellt sich die Frage: Welchen Illusionen hängen wir an bzw. nach? Inwieweit ist Kunst und Kultur ebenso davon betroffen, die Aufmerksamkeit zu erhalten und welcher Veränderungsprozess wird dadurch ausgelöst!
VIII.
Das Ideal für die Kids der dot.com-Welt ist nicht die Autonomie sondern das Gegenteil, Access – die Verbundenheit und Anbindung an das Netzwerk, zu dem der Zugang die Voraussetzung ist. 75% der Weltbevölkerung sind gegenwärtig von diesen Zugangsmöglichkeiten ausgeschlossen. Für jene, die das Kids-Alter überschritten haben hat ihre kommerzielle Verfügbarkeit rund um die Uhr zur Folge. Dass dies als keine Lebensqualitätssteigerung interpretiert werden kann, ist nachvollziehbar.

Es kommt auf jede/n einzelne/n und jene staatlich und wirtschaftlich produzierte Infra/Strukturen an, ob die IT sich als eine Bereicherung und/oder  als eine Substitution zur Auswirkung kommen wird.

Es besteht eine dringende Notwendigkeit, Begriffe wie Freiheit, Autonomie und Demokratie auf ihre alten und  neuen Inhalten kritisch und immer wieder zu hinterfragen und Zusammenhänge aufzudecken wie jene in der Pharmaindustrie: lag der Schwerpunkt bisher möglichst viele Medikamente mit höchster Gewinnspanne zu verkaufen (was am effizientesten mit vielen Kranken erreicht wurde) so wendet sich das Augenmerk auf gesund werden lassen und halten, damit die mit ihnen kooperierenden Krankenversicherungen und Krankenhäuser durch weniger Operationen, Medikamente etc. weniger Ausgaben haben und den damit errungenen erhöhten Gewinn nun denselben mit ihnen zum Dank teilen.

Die Zukunft findet durch unser gegenwärtiges Denken statt. Und beides stimmt: der Flügelschlag eines Schmetterlings in Japan kann einen Sturm in den USA hervorrufen und mit mathematisch errechneter Wahrscheinlichkeit wird die Welt von Menschen vernichtet werden. Die Old Economy hat physische Ressourcen zerstört (Erdöl, Tier- und Pflanzenarten, die Balance der Stoffe in der Atmosphäre u.a.m.). Ist die Gefahr der New Economy psychische und kulturelle Ressourcen (Zeit- und Beziehungen haben sowie Werte, Ideen, Konzepte) zu vernichten? Liegt in der Vergegenwärtigung des Problems die Chance? War früher Herrschaft über die Welt das Ziel, ist es heute die Verfügungsgewalt über unser Innen?

 

IX.
Männliches Wissenschaftsdenken trennte Rationalität und Emotionalität, stellte sie als Gegenpole dar, die einander bekämpften, ausschlossen. Dem Geist der Zeit entspricht nun die Erkenntnis, dass das Eine nicht ohne dem Anderen nicht nur nicht sein kann sondern auch nicht ist. Es gibt keine Wahrnehmung ohne Gefühl oder Erinnerung, es gibt kein Gefühl ohne Gedächtnis oder Denken, es gibt kein Wollen ohne Wahrnehmen, Erinnern oder Bewerten. (Ernst Pöppel)

Noch gibt es keine/kaum Visionen einer IT-Gesellschaft. Möge die Übung im obigen Sinn gelingen und eine Befriedung, ein kooperatives Miteinander von Vertrautem und Fremden, Dir und mir möglich sein. Friede mit euch und mit uns!

Machen wir uns bewusst, dass aus Kultur (Immaterielles) Struktur (Materielles) wird, nicht nur im Außen, auch im Innen, im Gehirn, ganz körperlich.

Wir kreieren uns und die nächste Generation und damit die Welt und deren Zukunft selbst. Dieses Wissen macht Angst, birgt es doch alle Möglichkeiten und alle Freiheiten.
Auf dem Totenbett erkennt Don Quijote plötzlich den „Unsinn und die Verworfenheit“ der gelesenen Bücher. Diese Einsicht, so klagt er, kommt sehr spät. Zu spät wohl nicht und doch: Was wäre anders gekommen, hätte er seine Erkenntnis früher gehabt oder gar nicht mehr in diesem Leben?

Was erkennen wir, seine Verwandten 311 Jahre später? Zu spät oder doch rechtzeitig?
Die Zukunft ist ständiger Veränderungen unterworfen, die Zukunft und die Zeit sind wir selbst. Wir sind ständiger Veränderungen nicht nur unterworfen, nein wir haben auch die Freiheit, diese zu gestalten. Jedes Ich schafft Raum und Zeit in der Welt in der sich das Leben prozesshaft entwickelt, es entwickelt werden kann. Und das Ich ist nicht isoliert, kann nie isoliert sein, verwebt, verwoben die Menschheit.

 


erben

November 29, 2015

Meine erste Assoziation, als ich die Einladung erhielt zum Thema „Erbe“ zu schreiben, war: „Immaterielles Kulturerbe“. Erstaunlich, oder?

Zum Immateriellen Kulturerbe (http://www.unesco.at/kultur/immat_kulturerbe.htm) zählen Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten, die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes verstehen. Konkret umfasst das immaterielle Kulturerbe mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, darstellende Künste, das Wissen und die Praktiken in Bezug auf die Natur und das Universum, gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste sowie traditionelle Handwerkstechniken.

Das UNESCO Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes, welches im Rahmen der 32. Generalversammlung der UNESCO im Jahr 2003 beschlossen wurde, hat sich den weltweiten Schutz des immateriellen Kulturerbes zum Ziel gesetzt. Seit der österreichischen Ratifizierung des Übereinkommens im Jahr 2009 ist die Österreichische UNESCO-Kommission mit der nationalen Umsetzung des Übereinkommens betraut. Zu den Hauptaufgaben zählen dabei die Förderung von Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung für die Erhaltung, Vermittlung und Förderung des immateriellen Kulturerbes in Österreich sowie die Erstellung eines österreichischen Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes. Derzeit befinden sich mehr als 80 Traditionen in dem österreichischen Verzeichnis und erstmals zwei österreichische Traditionen („Falknerei“ und „Fasnacht Imst – Schemenlaufen“) auf der internationalen „Repräsentativen Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“.

Ich will mehr wissen und schau im Duden nach und lese:

Das Erbe (die Hinterlassenschaft) war bereits bei den Germanen und Kelten ein Rechtsbegriff (Duden Band 7 von 10 Dudenverlag 1963) im Zusammenhang mit dem verwaisten schutzlosen Kind und bedeutete ursprünglich „Waisengut“. Heute wird als Erbe / Erbin der/die NachlassempfängerIn und das Vermögen als Erbschaft bezeichnet.
Die Verben erben / beerben / vererben reimen sich auf sterben. Zufällig?

Sterben war ein verhüllender Ausdruck von starr werden und ist (Marko Ikonic http://sterbekultur.uni-graz.at/ps/ikonic_marko.pdf )seit dem 9. Jh. bezeugt und eigentlich ein Euphemismus. Das ‚verbotene‘ Wort wurde mittels zahlloser Ausweichbegriffe umschifft (wie z. B. mit umkommen, verrecken, Harakiri begehen, auf dem Friedhof landen, …). Die rekonstruierte west-germanische Wurzel lautet *sterb-a-. Als weitere Bezüge sind die zu altfranzösisch sterva, altenglisch steorfan und altnordisch Stjarfi zu nennen, wobei letzteres Wort mit der Bedeutung ‚Starrkrampf‘ noch besonders deutlich auf das semantische Grundkonzept des ‚Erstarrens‘ verweist während das englische starve durch Bedeutungsverengung heute den Tod durch Verhungern bezeichnet.

Was also bedeutet für mich das Leben und Sterben? Was bedeutet für mich immaterielles Kulturerbe? Ohne zu zögern denke ich: Labyrinth. Das Labyrinth ist ein materielles und immaterielles Erbe zugleich, wenngleich niemand weiß, wer die Erblasser_nnen waren.

Das materielle Erbe ist die labyrinthische Struktur.
klassisch_struktur_rechts klassisch_faden_rechts

Abb.: Erwin Reissmann https://blogreissmann.wordpress.com/

Das Labyrinth ist Erbe, ist Hinterlassenschaft von Unbekannten. Ich bin die Waise, das verwaiste schutzlose Kind, das Schutz und Heimat erfährt durch das Labyrinth, Schutz und Heimat mit dem Labyrinth und Schutz und Heimat im Labyrinth.
Klingt seltsam, oder?
War es dazu gedacht? Ich zweifle keine Minute. Der Zeitbogen spannt sich über 5000 Jahre. Das Erbe liegt vor uns Erb_innen.
Welchen Schutz und welche Heimat bietet das Labyrinth? Im Mahabharata (Verfilmt von Peter Brook https://www.youtube.com/playlist?list=PLB6D851FFCF7F946F ) ist es ebenso zu finden wie an einem Türstock in Zürich – zur Abwehr böser Geister.
Was macht das Labyrinth mit uns Menschen? Was machten / machen wir Menschen mit dem Labyrinth?

Ein Teil meiner Antwort sind die zwei Gedichte. Der Erfahrungsraum, das gemeinsam Gespräch ist damit eröffnet. Machst du dich auf den labyrinthischen Weg, das immaterielle Kulturerbe antretend ?

Das immaterielle Erbe ist die Erfahrung, sich durch diese Struktur zu bewegen. Schritt für Schritt diesen gehend zeigt sich der Ariadnefaden.

Aus meinem Lyrikband labyrinthisches leben & labyrinthischer tod (Erschienen in der Edition IK 2015,
Bestellmail: verein-ik@aon.at )
zwei Gedichte

 

es ist
ein hin und
ein her
ein auf und
ein zu
ein schauen
und schlafen
ein leben
ein sterben
ein geboren werden
und vergehen
ein nass
und ein trocken werden
ein frieren
und schwitzen
ein schlucken
und spucken
ein gehen
ein stehen
ein hören
und taubsein
ein hungern
und sattsein
ein begreifen
und nichtverstehen
ein öffnen
und verschließen
ich bin
ein strafen
und sich selbst strafen
ein tief tauchen
und auftauchen
ein bewegtsein
und ein trösten
ein erschöpftsein
und schweben aus glück
ein vorwärts eilen
und rückwärtsgehen
danke
für deine
Geduld
deine
Ungeduld
erkenne ich
in mir

 

ein weitere text zum thema zeit

 

die zeit
zeichnet die steine
die zeit
zeichnet die welt
die zeit
zeitigt dich
der raum
atmet die steine
der raum
atmet die welt
der raum
beraumt dich
in zeiträumen
leben
in raumzeiten
sterben
das leben
träumt dich

 

Das Labyrinth ist Erbe, ist Hinterlassenschaft von Unbekannten. Ich bin die Waise, das verwaiste schutzlose Kind, das Schutz und Heimat erfährt durch das Labyrinth, Schutz und Heimat mit dem Labyrinth und Schutz und Heimat im Labyrinth.

Klingt seltsam, oder?
War es dazu gedacht? Ich zweifle keine Minute. Der Zeitbogen spannt sich über 5000 Jahre. Das Erbe liegt vor uns Erb_innen.

Welchen Schutz und welche Heimat bietet das Labyrinth? Im Mahabharata (Verfilmt von Peter Brook https://www.youtube.com/playlist?list=PLB6D851FFCF7F946F ) ist es ebenso zu finden wie an einem Türstock in Zürich – zur Abwehr böser Geister.

Was macht das Labyrinth mit uns Menschen? Was machten / machen wir Menschen mit dem Labyrinth?
Ein Teil meiner Antwort sind die zwei Gedichte. Der Erfahrungsraum, das gemeinsam Gespräch ist damit eröffnet. Machst du dich auf den labyrinthischen Weg, das immaterielle Kulturerbe antretend ?

 


ehe der winterschnee sich über das land legt

November 29, 2015

ehe der winterschnee
sich über das land legt
zeit
ist ein regenbogen
erfahrbar
doch nie greifbar
in diesem sinne
ein willkommen der zeit,
die gerade kommt !


die herbstwinde fegen labyrinthisch durchs gemüt

November 29, 2015

der herbstwind
bläst, bläst heftig und
wirbelt verdrängtes auf
die ängste vor neuem
die ängste vor fremden
die ängste vor verlust

der herbstwind
bläst blätter vor die augen
der herbstwind bläst auch
blätter von den augen

flüchtlinge willkommen
sind die sonnenstrahlworte
die durch die vielen
grauen geisterwolken dringen
die erde erreichen
ankommen
und wärmen

meist vergessen
die persönliche ahnengeschichte
nie gewusst
oder ebenso vergessen
gesellschaftspolitischen
zusammenhänge
alles zusammenhängend
ist im gitternetz
der schöpfungsspinne
der wissenschaftlichen koordinaten
des menschseins

erinnern wir uns
entdecken wir
miteinander
was wir verantworten
zu verantworten haben
unreflektiert mittragen
ausbeutung von menschen und naturregionen
die tötung freudiger und kritischer lebensgeister
und
gehen wir ins labyrinth
gehen wir ins labyrinth
umkreisen pendelnd das thema
sehen es
von allen perspektiven
sehen empfinden annehmen
transformieren
und
sich transformieren lassen
in mitgefühl
und konkrete hilfe

die herbstwinde fegen
durchs gemüt
aufwühlend zuerst
dann labyrinthisch
klärend, reinigend
das 1. adventlicht
ist entzündet
möge das licht des erkennens
immer mehr
jene vor not fliehenden
willkommen heißen
und den wärmenden ofen
im eiskalten winter
miteinander teilen

und ein buchtipp
Reich und Arm. Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft
von J Stiglitz, den ich heutr im radio sagen hörte:
„Eine Marktwirtschaft, die nicht dem Menschen dient, ist verfehlt.“


labyrinthisches prosit neujahr 2015 !

Dezember 31, 2014

liebe leserinnen und leser !

ein neues jahr bedarf neuer themen
in ein paar stunden wird es beginnen

der rückblick fällt kurz aus,
denn ich schrieb ein ganz jahr lang
nichts in diesen blog
ich machte so viel urlaub vom www wie möglich
🙂
ist gelungen !
also war es für mich ein großartiges jahr,
weil mein vorsatz
sich zum nachsatz
durch die zeit
transformierte
ohne zutun
ich ließ es geschehen
und freue mich
das reale leben
schenke mir viele neue erfahrungen
und gedichte

so wie dieses

die Gedanken reisen
mit der Möve
den Strand entlang
sie ruhen sanft
auf nebelnassen Blättern
schauen zwischen Zaunlatten hindurch
und stolpern über
unerwartete Unebenheiten
sie sitzen im Schaffell
und kurz auf Stacheldrahtspitzen
wo sich auch
Schafffell verfangen hat
im Gras
abgemähte Gänseblümchen
wo die Katze auf Lauer liegt
die Gedanken springen
von Stein zu Stein
hoch in die Luft

auf die Spitze des Leuchtturms
im wolkenlosen Himmel
lösen sie sich auf
geatmete Sonntagsruhe
jetzt

und dieses

die Zeit
geht vorbei
und schaut
mir zu

ich sitze
im Haus
blicke
aus dem Fenster
und sehe
die Zeit
geht vorbei

ginge ich
auf der Wiese
vorm Haus
würde sie
neben mir
mit mir
über und durch
die Wiese gehen

fragt sich
die Zeit
was wäre
säße sie im Haus
und ich
ginge
davor vorbei

sind
Zeit und Ich
denn getrennt
und wenn ja
wer trennt
entzweit
wer verbindet
vereint
ist es die Uhr
das Gefühl
der Verstand
die Phantasie
die Hexe
der Zauber
die magische Sieben
ist es der Rabe
der Wal
oder das Licht

und dieses

der Regen
erzählt
vom Himmel
erzählt
der Erde
vom Fliegen
erzählt
den Schafen
vom angstfreien
Fallen ins
Ungewisse
der Regen
erzählt
nur die Steine
glauben ihm

und dieses

den Wind im Rücken
den Blick aufs Meer
die Nahrungsquelle

gegen den Wind
das Trinkwasser holen
pendeln zwischen den beiden

ruhen im Haus
am Strand die Vögel
spielende Kinder
singende Frauen
tanzende Männer
die Flammen
lodern hoch
fast zu den Sternen
die herabfallen
und knistern
im Feuer

und damit
wünsche ich DIR
ein gutes gehör
ein gutes vorankommen
ein gutes leben
im labyrinthjahr
2015

herzlich
ilse

 

sandlabyrinth

sandlabyrinth


labyrinthisch-gutes-rutschen: 13 … 14 !

Dezember 31, 2013

licht lichtblick durchblick schattenspiele freude

licht lichtblick durchblick schattenspiele freude

genussvolle erfahrungen wunderbaren seins

blume

die kunst zu wandeln

laby

das alles
einen guten rutsch ins neue jahr 2014
und noch viel mehr
wünscht dir
ilse