erben

November 29, 2015

Meine erste Assoziation, als ich die Einladung erhielt zum Thema „Erbe“ zu schreiben, war: „Immaterielles Kulturerbe“. Erstaunlich, oder?

Zum Immateriellen Kulturerbe (http://www.unesco.at/kultur/immat_kulturerbe.htm) zählen Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten, die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes verstehen. Konkret umfasst das immaterielle Kulturerbe mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, darstellende Künste, das Wissen und die Praktiken in Bezug auf die Natur und das Universum, gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste sowie traditionelle Handwerkstechniken.

Das UNESCO Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes, welches im Rahmen der 32. Generalversammlung der UNESCO im Jahr 2003 beschlossen wurde, hat sich den weltweiten Schutz des immateriellen Kulturerbes zum Ziel gesetzt. Seit der österreichischen Ratifizierung des Übereinkommens im Jahr 2009 ist die Österreichische UNESCO-Kommission mit der nationalen Umsetzung des Übereinkommens betraut. Zu den Hauptaufgaben zählen dabei die Förderung von Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung für die Erhaltung, Vermittlung und Förderung des immateriellen Kulturerbes in Österreich sowie die Erstellung eines österreichischen Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes. Derzeit befinden sich mehr als 80 Traditionen in dem österreichischen Verzeichnis und erstmals zwei österreichische Traditionen („Falknerei“ und „Fasnacht Imst – Schemenlaufen“) auf der internationalen „Repräsentativen Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“.

Ich will mehr wissen und schau im Duden nach und lese:

Das Erbe (die Hinterlassenschaft) war bereits bei den Germanen und Kelten ein Rechtsbegriff (Duden Band 7 von 10 Dudenverlag 1963) im Zusammenhang mit dem verwaisten schutzlosen Kind und bedeutete ursprünglich „Waisengut“. Heute wird als Erbe / Erbin der/die NachlassempfängerIn und das Vermögen als Erbschaft bezeichnet.
Die Verben erben / beerben / vererben reimen sich auf sterben. Zufällig?

Sterben war ein verhüllender Ausdruck von starr werden und ist (Marko Ikonic http://sterbekultur.uni-graz.at/ps/ikonic_marko.pdf )seit dem 9. Jh. bezeugt und eigentlich ein Euphemismus. Das ‚verbotene‘ Wort wurde mittels zahlloser Ausweichbegriffe umschifft (wie z. B. mit umkommen, verrecken, Harakiri begehen, auf dem Friedhof landen, …). Die rekonstruierte west-germanische Wurzel lautet *sterb-a-. Als weitere Bezüge sind die zu altfranzösisch sterva, altenglisch steorfan und altnordisch Stjarfi zu nennen, wobei letzteres Wort mit der Bedeutung ‚Starrkrampf‘ noch besonders deutlich auf das semantische Grundkonzept des ‚Erstarrens‘ verweist während das englische starve durch Bedeutungsverengung heute den Tod durch Verhungern bezeichnet.

Was also bedeutet für mich das Leben und Sterben? Was bedeutet für mich immaterielles Kulturerbe? Ohne zu zögern denke ich: Labyrinth. Das Labyrinth ist ein materielles und immaterielles Erbe zugleich, wenngleich niemand weiß, wer die Erblasser_nnen waren.

Das materielle Erbe ist die labyrinthische Struktur.
klassisch_struktur_rechts klassisch_faden_rechts

Abb.: Erwin Reissmann https://blogreissmann.wordpress.com/

Das Labyrinth ist Erbe, ist Hinterlassenschaft von Unbekannten. Ich bin die Waise, das verwaiste schutzlose Kind, das Schutz und Heimat erfährt durch das Labyrinth, Schutz und Heimat mit dem Labyrinth und Schutz und Heimat im Labyrinth.
Klingt seltsam, oder?
War es dazu gedacht? Ich zweifle keine Minute. Der Zeitbogen spannt sich über 5000 Jahre. Das Erbe liegt vor uns Erb_innen.
Welchen Schutz und welche Heimat bietet das Labyrinth? Im Mahabharata (Verfilmt von Peter Brook https://www.youtube.com/playlist?list=PLB6D851FFCF7F946F ) ist es ebenso zu finden wie an einem Türstock in Zürich – zur Abwehr böser Geister.
Was macht das Labyrinth mit uns Menschen? Was machten / machen wir Menschen mit dem Labyrinth?

Ein Teil meiner Antwort sind die zwei Gedichte. Der Erfahrungsraum, das gemeinsam Gespräch ist damit eröffnet. Machst du dich auf den labyrinthischen Weg, das immaterielle Kulturerbe antretend ?

Das immaterielle Erbe ist die Erfahrung, sich durch diese Struktur zu bewegen. Schritt für Schritt diesen gehend zeigt sich der Ariadnefaden.

Aus meinem Lyrikband labyrinthisches leben & labyrinthischer tod (Erschienen in der Edition IK 2015,
Bestellmail: verein-ik@aon.at )
zwei Gedichte

 

es ist
ein hin und
ein her
ein auf und
ein zu
ein schauen
und schlafen
ein leben
ein sterben
ein geboren werden
und vergehen
ein nass
und ein trocken werden
ein frieren
und schwitzen
ein schlucken
und spucken
ein gehen
ein stehen
ein hören
und taubsein
ein hungern
und sattsein
ein begreifen
und nichtverstehen
ein öffnen
und verschließen
ich bin
ein strafen
und sich selbst strafen
ein tief tauchen
und auftauchen
ein bewegtsein
und ein trösten
ein erschöpftsein
und schweben aus glück
ein vorwärts eilen
und rückwärtsgehen
danke
für deine
Geduld
deine
Ungeduld
erkenne ich
in mir

 

ein weitere text zum thema zeit

 

die zeit
zeichnet die steine
die zeit
zeichnet die welt
die zeit
zeitigt dich
der raum
atmet die steine
der raum
atmet die welt
der raum
beraumt dich
in zeiträumen
leben
in raumzeiten
sterben
das leben
träumt dich

 

Das Labyrinth ist Erbe, ist Hinterlassenschaft von Unbekannten. Ich bin die Waise, das verwaiste schutzlose Kind, das Schutz und Heimat erfährt durch das Labyrinth, Schutz und Heimat mit dem Labyrinth und Schutz und Heimat im Labyrinth.

Klingt seltsam, oder?
War es dazu gedacht? Ich zweifle keine Minute. Der Zeitbogen spannt sich über 5000 Jahre. Das Erbe liegt vor uns Erb_innen.

Welchen Schutz und welche Heimat bietet das Labyrinth? Im Mahabharata (Verfilmt von Peter Brook https://www.youtube.com/playlist?list=PLB6D851FFCF7F946F ) ist es ebenso zu finden wie an einem Türstock in Zürich – zur Abwehr böser Geister.

Was macht das Labyrinth mit uns Menschen? Was machten / machen wir Menschen mit dem Labyrinth?
Ein Teil meiner Antwort sind die zwei Gedichte. Der Erfahrungsraum, das gemeinsam Gespräch ist damit eröffnet. Machst du dich auf den labyrinthischen Weg, das immaterielle Kulturerbe antretend ?

 

Advertisements

ehe der winterschnee sich über das land legt

November 29, 2015

ehe der winterschnee
sich über das land legt
zeit
ist ein regenbogen
erfahrbar
doch nie greifbar
in diesem sinne
ein willkommen der zeit,
die gerade kommt !


die herbstwinde fegen labyrinthisch durchs gemüt

November 29, 2015

der herbstwind
bläst, bläst heftig und
wirbelt verdrängtes auf
die ängste vor neuem
die ängste vor fremden
die ängste vor verlust

der herbstwind
bläst blätter vor die augen
der herbstwind bläst auch
blätter von den augen

flüchtlinge willkommen
sind die sonnenstrahlworte
die durch die vielen
grauen geisterwolken dringen
die erde erreichen
ankommen
und wärmen

meist vergessen
die persönliche ahnengeschichte
nie gewusst
oder ebenso vergessen
gesellschaftspolitischen
zusammenhänge
alles zusammenhängend
ist im gitternetz
der schöpfungsspinne
der wissenschaftlichen koordinaten
des menschseins

erinnern wir uns
entdecken wir
miteinander
was wir verantworten
zu verantworten haben
unreflektiert mittragen
ausbeutung von menschen und naturregionen
die tötung freudiger und kritischer lebensgeister
und
gehen wir ins labyrinth
gehen wir ins labyrinth
umkreisen pendelnd das thema
sehen es
von allen perspektiven
sehen empfinden annehmen
transformieren
und
sich transformieren lassen
in mitgefühl
und konkrete hilfe

die herbstwinde fegen
durchs gemüt
aufwühlend zuerst
dann labyrinthisch
klärend, reinigend
das 1. adventlicht
ist entzündet
möge das licht des erkennens
immer mehr
jene vor not fliehenden
willkommen heißen
und den wärmenden ofen
im eiskalten winter
miteinander teilen

und ein buchtipp
Reich und Arm. Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft
von J Stiglitz, den ich heutr im radio sagen hörte:
„Eine Marktwirtschaft, die nicht dem Menschen dient, ist verfehlt.“


labyrinthisches prosit neujahr 2015 !

Dezember 31, 2014

liebe leserinnen und leser !

ein neues jahr bedarf neuer themen
in ein paar stunden wird es beginnen

der rückblick fällt kurz aus,
denn ich schrieb ein ganz jahr lang
nichts in diesen blog
ich machte so viel urlaub vom www wie möglich
🙂
ist gelungen !
also war es für mich ein großartiges jahr,
weil mein vorsatz
sich zum nachsatz
durch die zeit
transformierte
ohne zutun
ich ließ es geschehen
und freue mich
das reale leben
schenke mir viele neue erfahrungen
und gedichte

so wie dieses

die Gedanken reisen
mit der Möve
den Strand entlang
sie ruhen sanft
auf nebelnassen Blättern
schauen zwischen Zaunlatten hindurch
und stolpern über
unerwartete Unebenheiten
sie sitzen im Schaffell
und kurz auf Stacheldrahtspitzen
wo sich auch
Schafffell verfangen hat
im Gras
abgemähte Gänseblümchen
wo die Katze auf Lauer liegt
die Gedanken springen
von Stein zu Stein
hoch in die Luft

auf die Spitze des Leuchtturms
im wolkenlosen Himmel
lösen sie sich auf
geatmete Sonntagsruhe
jetzt

und dieses

die Zeit
geht vorbei
und schaut
mir zu

ich sitze
im Haus
blicke
aus dem Fenster
und sehe
die Zeit
geht vorbei

ginge ich
auf der Wiese
vorm Haus
würde sie
neben mir
mit mir
über und durch
die Wiese gehen

fragt sich
die Zeit
was wäre
säße sie im Haus
und ich
ginge
davor vorbei

sind
Zeit und Ich
denn getrennt
und wenn ja
wer trennt
entzweit
wer verbindet
vereint
ist es die Uhr
das Gefühl
der Verstand
die Phantasie
die Hexe
der Zauber
die magische Sieben
ist es der Rabe
der Wal
oder das Licht

und dieses

der Regen
erzählt
vom Himmel
erzählt
der Erde
vom Fliegen
erzählt
den Schafen
vom angstfreien
Fallen ins
Ungewisse
der Regen
erzählt
nur die Steine
glauben ihm

und dieses

den Wind im Rücken
den Blick aufs Meer
die Nahrungsquelle

gegen den Wind
das Trinkwasser holen
pendeln zwischen den beiden

ruhen im Haus
am Strand die Vögel
spielende Kinder
singende Frauen
tanzende Männer
die Flammen
lodern hoch
fast zu den Sternen
die herabfallen
und knistern
im Feuer

und damit
wünsche ich DIR
ein gutes gehör
ein gutes vorankommen
ein gutes leben
im labyrinthjahr
2015

herzlich
ilse

 

sandlabyrinth

sandlabyrinth


labyrinthisch-gutes-rutschen: 13 … 14 !

Dezember 31, 2013

licht lichtblick durchblick schattenspiele freude

licht lichtblick durchblick schattenspiele freude

genussvolle erfahrungen wunderbaren seins

blume

die kunst zu wandeln

laby

das alles
einen guten rutsch ins neue jahr 2014
und noch viel mehr
wünscht dir
ilse


labyrinthische erfahrung in neunkirchen

November 1, 2013

ein spaziergang im stadtpark,
dessen 110 jähriges bestehen vor kurzem gefeiert wurde,
führt auch zu einem großflächigen wiesenplatz,
auf dem unterschiedlich hohe baumstämme aus der wiese ragen
beim näherkommen sind zwei eingänge zu sehen

Bild
der linke führt direkt ins zentrum, wo sich ein alter baumstumpf befindet,

Bild
der rechte  führt  (nicht überschaubar) weiter
Bild

die unterschiedlichen höhen der baumstämme laden –
wie ich beobachten konnte, kinder und erwachsene
zum balancieren ein.

insgesamt sind es 16 wendungen die der Weg nimmt,
der rhythmisch in sieben Spuren in viertel- und halbkreisen ums Zentrum schwingt.
es bedarf eines sich bewussten einbremsens,
um nicht direkt am zentrum zum ausgang weiterzugehen.

das zentrum (der baumstumpf) im zentrum wird von manchen umrundet;
von manchen bestiegen wie ein berg.
ja, es bedarf eines schritts hinauf, um ins zentrum zu gelangen
und dann eines weiteren schritts hinauf, um auf dem baumstumpf zu stehen.
wer von dort oben seine/ihre stimme erklingen lässt, hört einen hall ….

in diesem labyrinth gibt es vieles zu entdecken und zu erkunden –
zum beispiel auch die energie, die kraft des platzes:
wer sich entspannt nach vorne beugt, registriert
das beginnende schwingen des armes –
nicht an jeder stelle, aber an einigen ….

das labyrinth liegt still auf einem ruhigen platz.
es führt (laut befragungen) menschen mehr ins außen als ins innen –
mehr in die kraft und aktivität, die für die außenwelt benötigt wird.

jedes labyrinth hat seinen eigenen charakter
und jede labyrinthbegehung ist eine begegnung
mit sich, dem labyrinth und den menschen, die sich auch darin befinden

es geht um die verbindung, die kommunikations
in der natur mit der nautr und allen ihren aspekten
dieses labyrinth ist von der eu kofinanziert
somit kommt auch eine politisch verbindende komponente hinzu

die baumstämme waren einst lebendige bäume
verbunden das leben mit dem tod
der tod mit dem leben

allerheiligen, allerseelen
zeitlose transformationen im hier und jetzt
vorstellbar, unvorstellbar
bereits entdeckt und noch zu entdecken


labyrinthisches lernen

Mai 2, 2013

lernen
wir lernen
oder auch nicht
sind stur
gehen geradeaus
überwinden alle widerstände
und sind auch noch stolz darauf
dabei wäre es doch
ums ausweichen gegangen
die kurve zu schneiden
sich zu biegen
ohne zu verbiegen
lernen
oder auch nicht
lernen verweigern
weigern verlernen
wie geht das?
labyrinthisch
den standpunkt ändern
die sichtweise
sich in den prozess einlassen
zulassen
alle gefühle
die sich zeigen
und
weitergehen
in bewegung bleiben
dem rhythmus folgen
wandeln
sich wandeln lassen
im labyrinth
zeigt sich
das geheimns des lebens
transformiert sich
in gelebte erfahrung
das geheimnis?
es gibt so viele
geheimnisse
die entdeckt werden wollen
im oder/und
außerhalb des labyrinths
egal
das leben findet überall statt
auch im irrgarten 🙂
im schweigen
im sprechen
im singen und zeigen
im suchen und finden
im suchlosen finden
im sein
im begegnen
dem kennen und lernen
folgt neues wissen
anderes wissen
weiter wissen wollen
ausatmen
einatmen
kein atemzug
gleicht dem anderen
kein augenblick dem folgenden
blick in die augen
und du kommst an
landest in dir
in mir
im zentrum der welt
im unbegrenzten universum
wo irrgarten und labyrinth
eins sind
und die königin der nacht
zur königin des tages wird
sonnendunkelsternenhell
selbst papageno erinnert sich
der vergessnen zauberdinge …

das wort TON hat 3 wurzel
altgriechisch bedeutet es Seil und Saite bzw.
„strecken“ u „spannen“ latinisiert tonus
und steht heute für sehr vieles in Musik, Sprache, Material etc.
wieder was gelernt !

Etymologisch ist das Wort „lernen“ (aus http://de.wikipedia.org/wiki/Lernen) u. a. mit den Wörtern „lehren“ und „List“ verwandt. Es gehört zur Wortgruppe von „leisten“, das ursprünglich „einer Spur nachgehen, nachspüren, schnüffeln“ bedeutet. Im Gotischen heißt lais „ich weiß“, bzw. genauer „ich habe nachgespürt“ und laists für „Spur“. Die indogermanische Wurzel *lais- bedeutet „Spur, Bahn, Furche“.
Schon von der Herkunft her hat Lernen etwas mit Spuren hinterlassen, aber auch mit nachspüren zu tun. Lernen soll im Gedächtnis ebenso Spuren hinterlassen (subjektivierender Anteil), wie in der Umwelt (objektivierender Anteil). Lernen geschieht aktiv und passiv.

Wir lernen absichtlichen (intentionales Lernen) und/oder beiläufig (inzidentelles Lernen = Lernen in der Handlung ohne Lernabsicht sowie implizites Lernen = spielerisches Aneignung von Fertigkeiten und Wissen beim Ausüben einer Tätigkeit).
Lernen kann als individueller oder kollektiver Erwerb von geistigen, körperlichen, sozialen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten definiert werden. Aus lernpsychologischer Sicht wird Lernen als ein Prozess der relativ stabilen Veränderung des Verhaltens, Denkens oder Fühlens aufgrund von Erfahrung oder neu gewonnenen Einsichten und des Verständnisses aufgefasst.

Die genaue Funktionsweise des Lernens ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Lerntheorien: Konditionierung, Instruktionalismus, Lernen durch Einsicht, Lernen am Modell,  Situativer Kontext / Transfer, Biokybernetisch-neuronale Lerntheorien sowie Maschinelles Lernen.

Zum Grundinstrumentarium des Lernens gehören neben dem Lernprozess auch die Fähigkeit zur Erinnerung (Gedächtnis) und des Abrufens. Jedoch ist Lernen mehr als das reine Abspeichern von Informationen. Lernen beinhaltet die Wahrnehmung und Bewertung der Umwelt, die Verknüpfung mit Bekanntem (Erfahrung) und das Erkennen von Regelmäßigkeiten (Mustererkennung).

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Labyrinth. Ein Labyrinth ist kein Irrgarten. Der Weg durch einen Irrgarten hat viele Wegkreuzungen und zwingt so zu Entscheidungen. Die Aufmerksamkeit beim Irrgarten richtet sich nach Außen: Für welchen Weg entscheide ich mich?

Die Aufmerksamkeit beim Labyrinth richtet sich nach Innen: Ich folge dem Weg – lasse mich vom Weg führen und leiten, denn es gibt keine Entscheidungsmöglichkeit, keine Weggabelung. Der Ariadnefaden – der Weg durch die Struktur

Das Labyrinth ist eine Struktur, die in der Natur nicht vorkommt wie die Spirale bei Schnecken oder Farnen, Galaxien oder Mäander. Das Labyrinth ist ein Kulturgut, das nicht allen Kulturen zu eigen ist.

Was macht die Faszination des Labyrinths aus?
Das Labyrinth ist nicht nur ein Symbol der Wandlung, es bietet die Erfahrung zu wandeln – im doppelten Wortsinn: es zu begehen und so zu wandeln und auch sich wandeln zu lassen.

Wie eine kleine Umfrage ergab, konnten 33 % der Personen während einer Labyrinthbegehung ein Problem, das sie lösen wollten, lösen.

Was ist „labyrinthisches Lernen“? Beim labyrinthischen Lernen folgen Sie ganz konkret einer (nicht linearen sondern pendelnden) Spur, Sie spüren während des Wandelns durch das Labyrinth ihren Gefühlen, Erinnerung, Gedanken, ihrem Körper nach und Sie hinterlassen eine ganz konkrete Spur. Während des Gehens lernen Sie. Nach einer Labyrinthbegehung wissen Sie mehr als zuvor.

Ich möchte Sie hiermit einladen, eine Labyrintherfahrung zu machen und selbst wahrzunehmen und zu reflektieren, was labyrinthisches Lernen für Sie ist, wie es stattfindet und was es bewirkt.

Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen und Meinungen 🙂