über das labyrinth

Von labyrinthähnlichen Formen
Spiral-Formen finden sich in der Natur bei Schnecken, Muscheln, Farnen, Wasser- und Luftwirbeln, im Zellkern der roten Blutkörperchen.  Die Mehrheit der Galaxien ist spiralförmig strukturiert u.a.m.
Die Spirale ist eines der ältesten Ewigkeitssymbole. Sie ist kein Symbol für Absolutes, denn sie ist kein Ganzes, da sie ihrer Natur nach niemals abgeschlossen sein kann.
Mäander, ebenfalls eine der Natur abgeschaute Form, wie z.B. der Weg von Flussläufen, können sich als endlose Bänder über Keramiken oder Wohnwände u.a. ziehen.
Kreis, Einfach-, Doppel-, Dreifach- und Vierfachspirale sowie die liegende Acht, auch Unendlichkeitsschleife (Lemniskate) genannt, finden sich weltweit als Felsritzungen aus prähistorischer Zeit und später auf Keramiken.

Das Labyrinth ist ein von Menschen geschaffenes Kulturgut, das nicht allen Kulturen zu eigen ist. (H. Kern)

Vom Labyrinth selbst
Dem Labyrinth im eigentlichen Sinn liegen folgende Formprinzipien zugrunde:

  1. Es gibt eine äußere Begrenzungslinie, die nur eine Öffnung besitzt.
  2. Die Figur kann (gedanklich oder körperlich) zwischen den Linien abgeschritten werden.
  3. Der Weg ist kreuzungsfrei, d.h. er bietet keine Wahlmöglichkeit, wechselt immer wieder pendelnd die Richtung.
  4. Mit einem Maximum an Umweg wird der Innenraum ausgefüllt. Der Weg führt wiederholt sehr nah am Zentrum vorbei und mündet schließlich ausweglos und sackgassenartig in ein Zentrum.
  5. Nur durch eine 180°-Wendung kann der Weg fortgesetzt werden. Er ist der einzige Weg, der Ausweg ist, der Weg, der wieder hinausführt.
  6. Denselben Weg zurückgehend wird dieser diesmal vorschauend erfahren.
  7. Der Mittelpunkt des Labyrinths ist nicht das geometrische Zentrum.
  8. Das Zentrum ist ein leerer Raum.

Wird die Struktur begangen, ergibt sich ein Weg-Rhythmus : 3-2-1-4-7-6-5.

Die ersten Funde stammen aus der Zeit um 1200 v.u.Z. Wenngleich keine Aufzeichnungen aus früheren Zeiten überliefert sind, kann davon ausgegangen werden, dass es das Labyrinth bereits davor gab.
Ein Tongefäß mit zwei Labyrinthfragmenten wurden 1960 in Tell Rifa’at, Syrien, gefunden. Es sind 7-gängige Labyrinthe kombiniert mit Mensch- und Tierdarstellungen.

Das bisher älteste, sicher datierbare Labyrinth blieb uns durch Zufall erhalten. Der mythologische König Nestor war bekannt für seine Weisheit und als Ratgeber sehr gefragt. Er wohnte in seinem Palast in Pylos, im Südwesten des Peloponnes. Als der reale Palast 1200 v.u.Z. abbrannte, wurde in dessen Lagerraum ein Tontäfelchen mit einem eckigen Labyrinth gebrannt und somit erhalten. 1957 n.u.Z. wurde es ausgegraben.

Die Felsritzung eines Labyrinths in einer Grabhöhle auf Sardinien (Luzzana) kann nur geschätzt werden und ist mit 2500 v.u.Z. angegeben, könnte aber ebenso gut aus der römischen Zeit stammen. Eine Höhlenmalerei in Sizilien wird ebenso alt geschätzt. Felsritzungen in Spanien (Pontevedra) werden mit 2000 v.u.Z. datiert, doch gesichert sind auch diese Daten nicht. (Ebenso offen ist, ob der Mythos von Ariadne immer schon mit dem Labyrinth verbunden war bzw. das Labyrinth mit diesem.) Die Felsritzungen in Italien (Val Camonica) scheinen um weitere 100 Jahre jünger zu sein. Wer brachte diese an?

Die ersten Funde mit Labyrinth-Bezug in Kreta stammen aus dem 4. Jahrhundert v.u.Z. Zu dieser Zeit hatten bereits die Griechen die Herrschaft übernommen und damit altes kretisches Kulturgut vernichtet oder (oft in verfälschter Form) in ihre Kultur integriert. Die kretische Kultur fand bereits um 1400 v.u.Z. ihren Niedergang.

Doch der Beginn kann ganz anders gewesen sein.  Das Wort labyrinthos ist ein vorgriechisches und kein kretisches Wort.  inthos weist auf eine Ortsbezeichnung hin, labrys ist ein klein-asiatisches Wort und wurde oft mit Doppelaxt übersetzt. Gesichert ist, dass dieses Wort auf Kreta nicht für die Doppelaxt (die die ab- und zunehmenden Mondsicheln darstellen dürfte) verwendet worden ist.

Und wie die Kunst- und Kulturgeschichte weiterging ist auf verschiedenen websites nachzulesen
http://www.das-labyrinth.at    https://blogreissmann.wordpress.com/ http://www.labyrinthos.net/

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